Fanprojekt Duisburg e.V.

Fanprojekt Duisburg e.V.

fanprojekt2Am 5. Februar 2010 bekam der Sport LK die Gelegenheit, sich aus erster Hand über Fanprojekte zu informieren. Frau Ellmann vom Fanprojekt Duisburg e.V. stellte sich zur Verfügung, um den Schülern Rede und Antwort zu stehen. Und Sie musste viele Antworten geben denn für die Schüler ist es nicht nur ein abiturrelevantes Thema, sondern auch eins, was sie unmittelbar und jedes Wochenende betrifft: Gewalt und Aggressionen in und um unsere Stadien.


Während die Medien, das soziale Umfeld und teilweise auch die Polizei mit ausschlaggebend für Ausschreitungen und Krawalle sind, versuchen die tapferen Projektleiter durch Gespräche, Workshops, gemeinsame Freizeitaktivitäten vor allem die Jugendlichen von den Sinnlosigkeit dieser gewaltbereiten Szene und vom Verzicht auf Alkohol beim Stadionbesuch zu überzeugen. So finden z.B. Fußballturniere gegen die Fanprojektmannschaften anderer Städte statt um die Erkenntnis zu schaffen, dass “nicht alle Fans von Schalke oder Dortmund Sch….sind“. Sie begleiten die Fans zu Auswärtsspielen und versuchen auch dort als Bindeglied zwischen den Fans, den Vereinen, der Polizei zu fungieren. Meist mit Erfolg. Aber auch das macht Frau Ellmann klar: Wenn die Stimmung kippt, dann kann kein Fanprojektleiter den Mob aufhalten. 

fanprojekt1Die Fanlandschaft ist immer wieder im Wandel. Während die Kuttenträger der 70er/80er den gewaltbereiten Hooligans in der medialen Wahrnehmung weichen mussten ist seit Mitte der 90er eine Generation herangewachsen, die sich gern als “Ultras“ bezeichnen und eher durch Stimmungsmache im Stadion im positiven Sinne auffallen. Sie unterstützen die eigenen Mannschaften mit tollen Aktionen und Choreographien und halten sich eigentlich von gewalttätigen Aktionen fern. Andererseits schotten sie sich ab und vermeiden die Kommunikation mit dem Verein und den Fanprojekten.

Ein weiteres Problem offenbart die Finanzierung: Fanprojekte werden nach Ligazugehörigkeit finanziell vom Land, den Kommunen, dem DFB und der DFL unterstützt. Steigt eine Mannschaft jedoch ab, werden die Gelder nach einem Überbrückungsjahr gekürzt, was meist zur Folge hat, dass das Angebot an Projekte stark eingeschränkt und die Sozialpädagogen teilweise entlassen werden.

Beim Thema Polizeieinsatz zeigte Frau Ellmann viel Empathie. Auch wenn Sie schon mal Opfer sinnloser Polizeigewalt wurde, bei der ihre friedliche Gruppe massiv mit Knüppeln und Pfefferspray traktiert wurden, hat Sie doch Verständnis für die meist sehr jungen Hundertschaften, die sich in mitten dieser sinnlosen Gewaltexplosionen zurechtfinden und sich oftmals ihrer eigenen Haut erwehren müssen. Die Gründe für die Unzufriedenheit der Fans, die letztendlich zu Ausschreitungen führen, sind vielschichtig. Die grenzenlose Kommerzialisierung des Fußballs, die neben Millionengehälter für die Spieler auch zu identifikationshemmenden Mannschaften aus Legionären führen, die  Verzerrung des Spielplanes, die nur dazu dient, zu einer Maximierung  der Spielübertragungen im Bezahlfernsehen zu sorgen und letztendlich auch die horrenden Eintrittspreise, die es den einfachen Fans nicht mehr ermöglichten auf den früher noch existenten Stehplätzen, die heimische Mannschaft anzufeuern, sorgen für eine Missstimmung. Transparente mit der Aufschrift "Gegen den modernen Fußball" sind dafür ein Zeichen, das jedoch von den Übertragungskameras gerne übersehen wird.

Wer möchte schon den Eindruck erwecken, irgendetwas im Profifußball wäre moralisch bedenklich…

Für diesen tollen Einblick in die Welt des Fußballs, der Fans und der Fanprojekte möchten wir Frau Ellmann auf diesem Wege nochmals ganz herzlich danken und ihr und ihrem Team weiterhin viel Erfolg wünschen.
M. Gil Ramos

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